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Ob du ein erfahrener Kräuterliebhaber bist oder gerade erst anfängst – das Erlernen der Herstellung von Mazeraten und Tinkturen ist eine großartige Möglichkeit, die Kraft der Pflanzen zu nutzen. Die Wahl der richtigen Methode hängt davon ab, was du genau aus der Pflanze gewinnen möchtest. In diesem Blog erfährst du mehr über die Herstellung von Mazeraten und Tinkturen.
Mazerate sind Öle, in denen du Pflanzenmaterial ziehen lässt, um dessen Wirkstoffe auf das Öl zu übertragen. Es ist ein Prozess, der besonders für fettlösliche Stoffe geeignet ist, wie Vitamine, Fettsäuren und bestimmte Antioxidantien. Denk zum Beispiel an die bekannten Calendula- oder Lavendelmazerate.
Fülle ein Glas mit getrockneten Kräutern und gieße ein Basisöl (wie Mandel-, Jojoba- oder Olivenöl) darüber, bis das Pflanzenmaterial vollständig bedeckt ist. Stelle sicher, dass die Kräuter gut getrocknet sind, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Stelle das Glas an einen warmen Ort und lass das Gemisch 4–6 Wochen ziehen. Geduld ist wichtig, so hat das Öl genug Zeit, die Wirkstoffe der Pflanze aufzunehmen. Schüttle das Glas gelegentlich, damit sich die Kräuter gut mit dem Öl vermischen.
Nach einigen Wochen seihst du das Gemisch durch ein Sieb oder ein Käsetuch in eine saubere Flasche oder ein Glas. Stelle sicher, dass du alle Kräuterreste vollständig entfernst.

Wähle das richtige Öl
Nicht alle Öle sind für jeden Typ von Mazerat geeignet. Manche Öle oxidieren schneller, während andere sehr stabil sind. Ein paar Beispiele:
Süßes Mandelöl: Sanft und nährend, gut für empfindliche Haut und mild im Duft.
Jojobaöl: Eigentlich ein flüssiges Wachs, sehr stabil und ähnelt unserem eigenen Hauttalg, was es zu einem perfekten Trägeröl macht.
Kokosöl: Wird bei Zimmertemperatur fest und hat antimikrobielle Eigenschaften, ist aber weniger praktisch, wenn du ein flüssiges Endprodukt möchtest.
Getrocknetes oder frisches Pflanzenmaterial
Für Mazerate wird getrocknetes Pflanzenmaterial in der Regel empfohlen, da das Verderbnisrisiko durch Feuchtigkeit geringer ist. Wenn du frische Pflanzen verwendest, können diese Feuchtigkeit an das Öl abgeben, was Schimmelbildung oder bakterielles Wachstum verursachen kann. Lass frisches Material zunächst gut trocknen, bevor du es ins Öl gibst, besonders bei feuchten Pflanzen wie Calendula, oder kaufe getrocknete Kräuter.
Lagerung und Hygiene
Stelle sicher, dass alle deine Materialien sauber und trocken sind. Verwende saubere Glasgefäße und dunkle Fläschchen zur Aufbewahrung deines Mazerats. Dunkle Fläschchen helfen, die Oxidation des Öls zu verhindern. Vergiss nicht, das Pflanzenmaterial nach dem Mazerieren sorgfältig abzuseihen (mit einem sauberen, ausgekochten Baumwolltuch) und gegebenenfalls zu filtern, um Rückstände zu entfernen, die Verderb verursachen können.
Es gibt verschiedene Methoden, um ein Mazerat herzustellen. Wähle die Methode, die am besten zu deiner Situation passt.
Kaltmazeration
Lass die Kräuter/Pflanzen bei Zimmertemperatur oder in Sonnenlicht 4–6 Wochen im Öl ziehen. Dieser Prozess dauert länger, ist aber besser für wärmeempfindliche Öle.
Warmmazeration
Dies beschleunigt den Extraktionsprozess fettlöslicher Stoffe aus den Pflanzen. Es ist eine praktische Option, wenn du keine Zeit hast, das Gemisch wochenlang stehen zu lassen. Wähle jedoch ein stabiles Öl wie Süßes Mandelöl. Stelle das Öl in einen Doppelkocher oder ein Wasserbad und erwärme es bei niedriger Temperatur. Es ist wichtig, dass das Öl nicht zu heiß wird – versuche, unter 45 °C zu bleiben, um zu verhindern, dass die Wirkstoffe beschädigt werden. Füge nach dem Erwärmen des Öls die Kräuter hinzu und lasse sie 2–4 Stunden bei einer konstanten Temperatur stehen.

Mazerate sind vor allem dazu gedacht, fettlösliche Stoffe aus Pflanzen zu extrahieren, wie Fettsäuren, Vitamine, Carotinoide, Polyphenole und bestimmte Saponine.

Ranzigkeit
Öle können oxidieren und ranzig werden, besonders wenn du Öl oder Kräuter mit einem hohen Wassergehalt verwendest. Sorge für gut getrocknetes Pflanzenmaterial und bewahre deine Mazerate an kühlen, dunklen Orten auf.
Schimmelbildung
Wenn Feuchtigkeit in dein Öl gelangt (zum Beispiel durch die Verwendung frischer Pflanzen oder durch Kondensation), kann sich Schimmel bilden. Dies passiert häufig, wenn das Pflanzenmaterial nicht gut genug getrocknet war oder wenn du das Glas nicht richtig verschlossen hast.
Falsche Ölwahl
Einige Öle werden schneller ranzig als andere. Leinöl hat beispielsweise eine kurze Haltbarkeit und oxidiert schnell. Wähle immer ein stabiles Öl wie Olivenöl oder Jojoba, wenn du ein Mazerat länger aufbewahren möchtest.
Unzureichende Extraktion
Wenn die Mazerationsdauer zu kurz ist oder die Pflanze nicht fein genug zerkleinert wird, können nicht genügend Wirkstoffe extrahiert werden.

Möchtest du selbst ein Mazerat herstellen? Entdecke jetzt unsere liebsten Mazerat-Rezepte!
Oder probiere die fertigen Mazerate auf Basis von Mandelöl oder Sonnenblumenöl.
Eine Tinktur ist ein Extrakt, bei dem Alkohol (oder manchmal Glycerin oder Essig) als Lösungsmittel verwendet wird, um die Wirkstoffe aus Kräutern zu gewinnen. Alkohol eignet sich hervorragend, um sowohl wasser- als auch fettlösliche Stoffe zu extrahieren. Das macht Tinkturen besonders wirkungsvoll und geeignet für interne und externe Anwendungen.
Fülle ein Glas mit fein gehackten getrockneten oder frischen Kräutern und gieße den Alkohol darüber. Achte darauf, dass die Kräuter gut bedeckt sind.
Lass dieses Gemisch 4–6 Wochen an einem dunklen Ort ziehen und schüttele das Glas regelmäßig.

Die Stärke deiner Tinktur hängt vom Verhältnis zwischen dem Pflanzenmaterial und dem Alkohol sowie vom Alkoholgehalt ab. Die allgemeinen Richtlinien sind wie folgt
Tinkturen aus Blüten und Blättern: 40–50 % Alkohol
Tinkturen aus Wurzeln und holzigen Pflanzenteilen: 50–70 % Alkohol
Tinkturen aus Harz: 80–95 % Alkohol.
Wenn du eine alkoholfreie Tinktur herstellen möchtest, kannst du Glycerin oder Apfelessig verwenden. Diese sind milder, aber auch weniger wirksam beim Extrahieren fettlöslicher Stoffe. Eine Tinktur auf Glycerinbasis wird auch Glycerit genannt. Mehr darüber erfährst du in diesem Blog.
Geschrieben von: Helena