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Alle pflanzlichen Öle werden aus Fettsäuren gebildet. Gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Aber was sind das eigentlich und was tun sie für unsere Haut? In diesem Blog liest du alles über Fettsäuren.
Zurück zu den Grundlagen. Unser Körper besteht aus Zellen. Diese Zellen benötigen Fettsäuren, um funktionieren zu können. Fettsäuren, auch Lipide genannt, tragen zu gesunden Zellen bei. Fettsäuren lassen sich unterteilen in:
Essentielle Fettsäuren
Nicht-essentielle Fettsäuren
Essentielle Fettsäuren sind Fettsäuren, die wichtig für uns sind, aber nicht von unserem Körper produziert werden. Diese Fettsäuren müssen wir auf anderem Wege aufnehmen, zum Beispiel durch Ernährung oder Hautpflege.
Essentielle Fettsäuren werden auch essentielle Lipide oder Vitamin F genannt.
Nicht-essentielle Fettsäuren sind Fettsäuren, die der menschliche Körper selbst herstellen kann, wie zum Beispiel Ölsäure.
Es gibt zwei Arten essentieller Fettsäuren: Linolsäure und Alpha-Linolensäure. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ein Mangel an essentiellen Fettsäuren mit Hautproblemen wie trockener, juckender und schuppender Haut in Verbindung gebracht wird. Unser hauteigener Talg enthält nämlich ebenfalls Fettsäuren. Außerdem ist bekannt, dass unreine Haut weniger essentielle Fettsäuren enthält als gesunde Haut. Essentielle Fettsäuren haben also einen erheblichen Einfluss auf den Hautzustand und können durch die Verwendung pflanzlicher Öle ergänzt werden. Kein Wunder also, dass wir so ein großer Fan des Einsatzes pflanzlicher Öle in der Kosmetik sind.

Fettsäuren können auch in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren unterteilt werden. Linolsäure, Alpha-Linolensäure und Gamma-Linolensäure gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ölsäure ist eine einfach ungesättigte Fettsäure. Palmitinsäure, Stearinsäure, Laurinsäure und Caprinsäure gehören zu den gesättigten Fettsäuren.
Der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren beeinflusst, wie schnell ein Öl in die Haut einzieht. So enthält ein trocknendes Öl (ein Öl, das schnell eintrocknet) mehr als die Hälfte mehrfach ungesättigte Fettsäuren, ein halbtrocknendes Öl mehr als 20 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ein nicht-trocknendes Öl weniger als 20 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
Harte Fette bestehen hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren, die erst bei höherer Temperatur schmelzen, während Öl hingegen meist größtenteils aus ungesättigten Fettsäuren besteht und daher flüssig ist.

Linolsäurereiche Öle ziehen schnell ein und hinterlassen keine fettige Schicht auf der Haut. Öle, die viel Linolsäure enthalten, sind: Safloröl, Sacha Inchi Öl, Traubenkernöl und Hagebuttenöl. Linolensäurereiche Öle helfen dabei, die Haut zu regenerieren und die Zellerneuerung anzuregen. Außerdem helfen sie, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu erhalten, und tragen zu einer gesunden Haut bei.
Alpha-Linolensäure (Omega 3)
Alpha-Linolensäure wirkt beruhigend und lindert gereizte und empfindliche Haut. Diese Fettsäure ist vor allem in Baobab Öl und Leinöl enthalten.
Ölsäure (Omega 9)
Ölsäure sorgt für eine langsame, aber gute Absorption. Öle mit einem höheren Ölsäuregehalt ziehen meist tiefer in die Haut ein und helfen dabei, die Haut geschmeidiger zu machen. Öle mit mehr Ölsäure sind zum Beispiel Olivenöl, Aprikosenkernöl und Marula Öl. Ölsäure ist eine der stabilsten ungesättigten Fettsäuren und daher weniger anfällig für Oxidation im Vergleich zu anderen ungesättigten Fettsäuren.
Gamma-Linolensäure (Omega 6)
Gamma-Linolensäure unterstützt die natürliche Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, und hilft dadurch, die Hautalterung zu reduzieren. Nachtkerzenöl und Borretschöl enthalten eine hohe Konzentration an Gamma-Linolensäure.
Palmitoleinsäure (Omega 7)
Verlangsamt den Alterungsprozess – diese Fettsäure nimmt ab, je älter wir werden. Außerdem reduziert sie die Feuchtigkeitsverdunstung in der Haut und hilft, die Hautbarrierefunktion zu verbessern. Palmitoleinsäure findest du in Sanddornöl und Macadamiaöl.
Laurinsäure
Laurinsäure hilft dabei, Reizungen zu reduzieren; es ist einer der wichtigsten Bestandteile von Kokosöl.
Stearinsäure
Verhindert Feuchtigkeitsverlust der Haut und hinterlässt einen weichen Film auf der Haut. Diese Fettsäure findest du unter anderem in Kokosöl und Safloröl.

Jojobaöl enthält wenig Linolsäure und Ölsäure und ist eigentlich auch kein Öl, sondern ein Wachs, das daher anders auf der Haut funktioniert. Jojobaöl enthält vor allem Ceramide – das sind fettige Substanzen, die in unserer Hautbarriere vorkommen. Jojoba ähnelt in seiner Zusammensetzung sehr dem menschlichen Talg und eignet sich daher hervorragend als Basisöl. Darüber hinaus ist es aufgrund des geringen Gehalts an gesättigten Fettsäuren auch für fettige und unreine Haut geeignet.
Aufgrund der unterschiedlichen Fettsäurezusammensetzung pflanzlicher Öle ist es sinnvoll, Öle zu kombinieren. Das sorgt für eine ideale Pflege deiner Haut!
Geschrieben von: Helena Laarman