Fertige Produkte für deine natürliche Routine.
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Ich stand neulich wieder in einem Laden mit einem Produkt in den Händen. Auf der Vorderseite stand in großen, grünen Buchstaben: 100% natürlich. Ein schönes Versprechen, könnte man meinen. Aber als ich die Flasche umdrehte und mir die Zutatenliste ansah, standen dort plötzlich Dimethicone, PEG-40 und ein ganzes Arsenal an synthetischen Stoffen. Nicht gerade das, was man unter einem 'natürlichen' Label erwartet, oder?
Das ist völlig legal. Das Wort 'natürlich' ist nämlich nicht gesetzlich geschützt. Jede Marke darf es auf nahezu jedes Produkt schreiben, ohne dass ein offizieller Standard oder eine Kontrolle dahintersteckt. Es gibt keine Behörde, die überprüft, ob das, was im Töpfchen steckt, tatsächlich aus der Natur stammt. Im Gegensatz zum Beispiel zu 'biologisch', wofür es strenge Gütesiegel und Zertifizierungen gibt. Dafür müssen alle möglichen Regeln erfüllt und die Produkte kontrolliert werden. Bei 'natürlich' ist das nicht der Fall.
Und es bleibt nicht bei diesen großen grünen Buchstaben. Die gesamte Verpackung spielt in diesem Spiel mit. Denk an warme grüne Farben, gezeichnete Blättchen, einen Holzdeckel oder diesen trendigen Kraftpapier-Look. All das erweckt das Gefühl: wow, das ist pur, das ist sauber, das muss gut für mich sein. Aber dieser äußere Schein sagt buchstäblich nichts über den Inhalt des Töpfchens aus. Das nennen wir Greenwashing: das Erzeugen eines natürlichen Eindrucks, den das Produkt überhaupt nicht einhalten kann.
Als Verbraucher wirst du ständig durch schöne Bilder, strategisch gewählte Farben und natürliche Texturen in die Irre geführt. Dabei kann das Produkt unter diesem grünen Mäntelchen einfach voller synthetischer Inhaltsstoffe stecken. Das macht es schwieriger, wirklich gute Entscheidungen zu treffen, und es untergräbt das Vertrauen in Marken, die es tatsächlich ehrlich meinen.
Zum Glück gibt es einen Teil auf einer Verpackung, der nicht lügt: die Zutatenliste. Oder wie wir in unserer Branche sagen: die INCI-Liste. Sie befindet sich auf der Rückseite jedes Kosmetikprodukts und ist gesetzlich vorgeschrieben. Hersteller müssen genau angeben, was in ihrem Produkt steckt. Kein Marketinggeschwätz, keine vagen Begriffe, einfach die Fakten auf einen Blick.
Ja, diese Namen sind manchmal lang, kompliziert und schwer auszusprechen. Dimethiconol oder Hydrogenated Polyisobutene klingen vielleicht nicht nach etwas aus deinem Küchenschrank, aber sie stehen zumindest ehrlich da. Und wenn du ein bisschen lernst, zwischen diesen Zeilen zu lesen – dazu habe ich übrigens schon ein Reel gemacht – erzählt dir diese Liste die ganze Geschichte. Das Schöne daran: Die INCI-Liste lügt nicht. Niemals.
Solange 'natürlich' kein gesetzlich geschützter Begriff ist, bist du selbst der beste Gatekeeper. Unser Tipp ist einfach: Dreh ein Produkt immer um und lies, was wirklich drin steckt, bevor du es mitnimmst. Lass dich nicht von einem wunderschönen grünen Mäntelchen oder schönen Versprechen auf der Vorderseite verführen. Das bedeutet nicht zwingend, dass es gut für dich ist.
Wir bei Natural Heroes sind der Meinung, dass wenn man 'natürlich' sagt, es auch natürlich sein muss. Dafür stehen wir und danach wählen wir unsere Zutaten und Produkte aus. Aber solange das nicht gesetzlich festgelegt ist, liegt es an dir, kritisch hinzuschauen. Also hör auf, die Vorderseite zu lesen, fang mit der Rückseite an. Denn echte Natürlichkeit muss man nicht erraten – die steht einfach schwarz auf weiß auf dem Etikett.