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Die Aloe Vera Pflanze ist eine der ältesten und traditionellsten Heilpflanzen der Geschichte. Die Aloe Barbadensis ist die am meisten erforschte Pflanze und wird auch häufig in der Kosmetik eingesetzt. Ist sie wirklich so ein magisches Pflänzchen oder vor allem ein Modetrend?
Die Aloe Vera Pflanze ist eine der ältesten und traditionellsten Heilpflanzen der Geschichte. Vor mehr als tausend Jahren wurde Aloe Vera bereits verwendet. Die bekannteste Aloe Vera Art ist die Aloe Barbadensis. Die Aloe-Familie besteht aus Hunderten von Arten, allerdings sind es nur wenige Arten, die heilende Eigenschaften besitzen. Die Aloe Barbadensis ist die am meisten erforschte Pflanze und wird auch häufig in der Kosmetik eingesetzt. Ist sie wirklich so ein magisches Pflänzchen oder vor allem ein Modetrend?
Historische Fakten über Aloe Vera
Der Name Aloe leitet sich vom arabischen Wort 'alloeh' oder dem griechisch/hebräischen 'allal' ab, was bitter bedeutet.
'Vera' bedeutet im Lateinischen 'wahr oder echt' .
Die Ägypter nannten Aloe Vera 'die Pflanze der Unsterblichkeit' und verwendeten sie beim Einbalsamieren von Körpern.
Die ägyptischen Königinnen Nefertiti und Cleopatra nutzten sie als Teil ihrer Schönheitsrituale. Könnte die Schönheit von Cleopatra vielleicht dieser Pflanze zu verdanken sein?
Es wird behauptet, dass Aristoteles Alexander den Großen bat, Socotra (Insel im Jemen) zu erobern, speziell wegen der Aloe Vera Plantagen.
Von Alexander dem Großen und Kolumbus ist bekannt, dass sie Aloe Vera verwendeten, um die Wunden ihrer Soldaten zu behandeln.

Die Aloe Vera Pflanze wächst in trockenen, felsigen Gebieten mit warmem Klima, wie in Asien, Amerika und den Ländern rund um das Mittelmeer. Aloe Vera gehört zur Familie der Lilien – das würde man nicht vermuten, oder? Sie sieht nämlich eher wie ein Kaktus aus. Die Pflanze hat dreieckige, fleischige Blätter mit gezackten Rändern, gelbe Blüten und Früchte, die viele Samen enthalten. Jedes Blatt besteht aus 3 Schichten:
Ein inneres, klares Gel. Dieses besteht zu 95% aus Wasser und zu 5% aus Wirkstoffen (unter anderem Vitamine, Mineralien, Antioxidantien)
Die mittlere Schicht mit bittergelben Saft (Aloin)
Die äußere Schicht/Schale hat eine schützende Funktion. Darin befinden sich Gefäßbündel, die dafür sorgen, dass die inneren Schichten ausreichend Nährstoffe erhalten.
Aloin schützt die Aloe Vera Pflanze vor natürlichen Feinden. Beim Menschen sorgt Aloin für einen weichen Darminhalt und wird daher vor allem für medizinische Zwecke verwendet.
Aloe Vera enthält 75 Nährstoffe und mehr als 100 aktive Bestandteile. Die wichtigsten Gruppen sind:
Zucker: In Aloe Vera sind 20% Acemannan enthalten, ein Polysaccharid (Mehrfachzucker oder komplexes Kohlenhydrat). Acemannan unterstützt das Immunsystem.
Vitamine: Aloe Vera enthält eine große Menge an Vitaminen, insbesondere A, E und C. Diese sind Antioxidantien und neutralisieren freie Radikale. Antioxidantien wirken anti-aging und unterstützen die Regenerationsfähigkeit der Haut. Darüber hinaus ist Aloe Vera auch eine Quelle von Vitamin B1, B2, B3 und B12.
Mineralien: Mineralien benötigen wir für den Aufbau unseres Körpers. Aloe Vera ist besonders reich an Mineralien: Phosphor, Kalzium, Chrom, Eisen, Kalium, Kupfer, Magnesium, Natrium, Selen und Zink.
Aminosäuren: Aminosäuren sind die Bausteine für die Bildung von Proteinen. Der menschliche Körper benötigt 22 Aminosäuren. Aloe Vera liefert 20 Aminosäuren und versorgt zudem 7 der 8 essenziellen Aminosäuren – das sind Aminosäuren, die vom Körper nicht selbst produziert werden und daher nur über die Nahrung aufgenommen werden können.
Enzyme: Das sind Proteine, die benötigt werden, um Kohlenhydrate, Fette und Proteine im Körper zu verdauen und Nährstoffe in Stoffe abzubauen, die wir zum Funktionieren brauchen. Aloe Vera enthält wichtige Enzyme wie Amylase und Lipase, die die Verdauung unterstützen.

Sterole (eine Art Fettsäuren): Aloe Vera liefert 4 Pflanzensterole: Cholesterol, Campesterol, β-Sitosterol und Lupeol.
Pflanzenhormone: Stoffe, die Pflanzen für das Wachstum von Wurzeln und Blättern produzieren. Aloe Vera enthält Auxin und Gibberelline. Diese unterstützen die Regenerationsfähigkeit der Haut.
Darüber hinaus enthält Aloe Vera: Salicylsäure, Lignin und Saponine.
Lignin: kann tief in die Haut eindringen und sorgt dafür, dass auch andere Nährstoffe tief in die Haut gelangen können.
Saponin ist eine seifenähnliche Substanz mit reinigenden Eigenschaften (etwa 3% des Gels).
Feuchtigkeitsspendend
Die feuchtigkeitsspendende Wirkung von Aloe Vera dringt bis in die tiefsten Hautschichten ein. Die Polysaccharide helfen dabei, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Eine doppelte Wirkung für eine strahlende Haut!
Beruhigt & Regeneriert
Aloe Vera beruhigt und pflegt die Haut. Es fördert die Erneuerung der Hautzellen und den Abtransport abgestorbener Hautzellen. Ideal für trockene, empfindliche Haut. Außerdem kühlt Aloe Vera die Haut. Nicht umsonst wird Aloe Vera deshalb oft in Aftersun-Produkten verwendet.
Wirkt der Hautalterung entgegen
Aloe Vera stimuliert die Fibroblasten. Diese Zellen kannst du dir als die Arbeitspferde vorstellen, die die Haut straff halten. Sie sorgen für die Produktion von Kollagen- und Elastinfasern in der Haut. Dadurch bleibt die Haut elastisch und es entstehen weniger Falten. Vitamin A, C und E sind wichtige Antioxidantien, die der Hautalterung entgegenwirken können. Durch die stark feuchtigkeitsspendende Wirkung werden auch feine Linien aufgefüllt.
Reduziert Schuppen und Haarausfall
Nicht nur die Haut, sondern auch deine Haare werden von Aloe Vera profitieren. Aloe Vera hydratisiert die Kopfhaut und sorgt für wunderschön glänzendes Haar. Trockenes Haar regeneriert sich und bricht weniger leicht ab. Es soll sogar gegen Haarausfall wirken.

Aloe Vera Gel ist das Gel aus dem Blatt. Dieses Gel ist farblos, gelatineartig und hat einen recht durchdringenden Geruch (Aloe Vera ist verwandt mit dem Knoblauch). 100% reines Aloe Vera gibt es nicht. Es wird immer mindestens 0,2% Konservierungsmittel benötigt, damit das Aloe Vera Gel nicht verdirbt.
Aloe Vera Juice/Saft: ist eine dünne Flüssigkeit, die das natürliche Gel des Blattes und die Wasserbestandteile der Pflanze enthält.
Aloe Vera Pulver wird durch das Trocknen des Aloe Vera Blattes und des inneren Gels hergestellt. Sobald das Gel getrocknet ist, wird es zu Pulver gemahlen.
Das Aloe Vera Gel und der Aloe Vera Saft lassen sich sehr gut pur auf der Haut (und natürlich im Haar) verwenden, aber sie sind auch eine schöne Ergänzung für deine DIY-Pflegeprodukte.
Reinigung
Träufle etwas reinen Aloe Vera Saft auf ein Wattebausch, um deine Haut zu reinigen
Haarspray
Mische etwas Aloe Vera Saft mit Wasser in einer Sprühflasche. Ideal für lockiges (krauses) Haar. Dein Haar wird leicht kämmbar und Verfilzungen verschwinden.
Feuchtigkeitsspray oder Bodymist
Mische etwas Aloe Vera Saft mit Rosenwasser in einer Sprühflasche.
Feuchtigkeitsspendende Bodytonic
Mische 1/4 Glycerin mit 3/4 Aloe Vera Saft und massiere es nach dem Duschen genüsslich ein.
Aftersun-Spray
Wir haben ein herrliches Rezept (+Youtube Tutorial) des feuchtigkeitsspendenden Aloe Vera Aftersun Sprays online gestellt. Klick hier für das Rezept und hier für das Youtube Tutorial
Fazit
Aloe Vera darf also zu Recht als magische Pflanze bezeichnet werden! Dies ist vor allem auf die Kombination all der wertvollen Stoffe in der Pflanze zurückzuführen. Diese wirken gut zusammen und sorgen gemeinsam für die heilsame Wirkung. Aber Aloe Vera ist darüber hinaus auch ein echter Trend in der Kosmetikwelt und ein sehr beliebtes Inhaltsstoff in vielen Kosmetikprodukten. In den durchgeführten Studien wurde stets reines Aloe Vera verwendet, das alle heilenden Eigenschaften besitzt. Leider enthalten viele Produkte, in denen Aloe Vera verarbeitet ist, nur wenig Aloe Vera oder Aloe Vera von schlechter Qualität. Achte beim Kauf immer gut auf die Inhaltsstoffliste. Kaufst du einen reinen Aloe Vera Juice, achte darauf, dass Aloe Barbadensis Leaf Juice als erstes Inhaltsstoff auf dem Etikett aufgeführt ist.

Die Aloe Vera Pflanze besitzt von Natur aus heilende Eigenschaften. Wenn du ein Blatt der Aloe Vera Pflanze abschneidest, wird es sich selbst heilen und eine Schicht über der Schnittwunde bilden.
Aloe Vera Pflanzen lassen sich sehr gut stecken. Löse vorsichtig einen Trieb von der Unterseite ab (drehen statt ziehen) und lass ihn einen Tag auf einem Stück Küchenpapier trocknen, damit die Wunde Zeit zum Heilen hat! Stelle diesen anschließend in einen Topf mit lockerer Erde. Lass die Pflanze an einem warmen, sonnigen Platz wachsen. Stecklinge können nur im Frühling oder Sommer gemacht werden, die Stecklinge benötigen viel Sonnenlicht.
Geschrieben von: Helena Laarman